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Suezkanal wieder freigegeben – Auswirkungen für die Wirtschaft

Bergungsarbeiten

Die tagelangen Bagger- und Schlepparbeiten sowie Abpumpen von Ballastwasser / Treibstoff führten heute, in
Verbindung mit einem steigenden Wasserpegel, zu ersten Fortschritten. Das Schiff ist wieder in schwimmenden
Zustand gebracht worden und die Sicherungsmaßnahmen laufen. In Verbindung mit dem Gezeitenwechsel
erreichten uns Informationen, dass das Schiff voraussichtlich kurzfristig in den Great Bitter Lake zur Inspektion
geschleppt werden kann. Die beschädigten Stellen im Kanal werden ebenfalls untersucht und nach Bedarf instand
gesetzt. Über weitere Kenntnisse halten wir Sie informiert.

Rückstau

Wann der Kanal für die Schifffahrt wieder geöffnet werden kann, unterliegt indes der weiteren Informationsgabe
durch die Kanalbehörde. Der Rückstau wird mittlerweile mit ca. 400 Schiffen angegeben. Nach Freigabe gehen
Experten von geschätzt vier bis sieben Tagens aus, um die nördlich und südlich wartenden Schiffe durch den Kanal
zu lotsen. Ob eine Priorisierung bestimmter Schiffe erfolgt ist offen. Das Routing von Schiffen, die nicht feststecken
oder im Zulauf sind, unterliegt der Entscheidung der Reeder hinsichtlich Umleitung über die längere Alternativroute
um Südafrika. Erste Schiffe wurden am Wochenende durch die Reedereien über das Kap der guten Hoffnung
geroutet. Im Zuge der Fortschritte scheinen weitere Umleitungen nicht vorgesehen zu sein.

Fahrpläne und Laufzeiten

Alle Parteien der Lieferkette haben sich auf erheblichere Abweichungen einzustellen. Ein klare Prognose kann dazu
noch nicht abgegeben werden. Von einer andauernden und nachgelagerten Beeinträchtigung des Warenflusses ist
auszugehen, auch wenn der Suezkanal nun wieder schiffbar wird. Aktuelle Abfahrts- und Ankunftsdaten sind nicht
belastbar und bedürfen des Monitorings.

Auswirkungen

Seit Wochen ist die Verfügbarkeit von Leercontainern und Schiffsraum bereits sehr volatil. Durch den Verzug,
resultierend aus der Blockade des Suezkanals, verschieben sich Schiffsankünfte zusätzlich. Die Durchlaufzeit der
Container sowie die Verfügbarkeit bleibt dadurch weiter stark beeinträchtigt.
Zu verfolgen bleibt auch, wie die Seehäfen nach Beendigung der Blockade mit verdichteten und außerplanmäßigem
Schiffsankünften umgehen können. Schiffe, welche über den Suezkanal und über Südafrika einfahren, könnten zeit-
gleich oder dicht nacheinander in den europäischen Häfen ankommen. Unter Umständen können Schiffsabfahrten
oder bestimmte Hafenanläufe ausgesetzt werden, um die Schiffe wieder in einen Regelfahrplan zu bekommen. Der
weiter entstandene Druck auf die Märkte und Lieferketten wird damit wohl auch eine Entspannung der Frachtraten
nicht begünstigen.

Ihr Schäfer&SIS Interlogistik® Team

Weiterer Rückschlag für die Weltwirtschaft – Suezkanal weiterhin gesperrt

Als Ursache für die Havarie kann den Medien und aus erhaltenen reederseitigen Informationen entnommen werden, ein Sandsturm bzw. starke Seitenwinde sollen das Schiff in die missliche Lage gebracht haben.

Bergungsarbeiten

Nach vorliegenden Informationen ist die Bergung des Schiffs weiterhin noch nicht gelungen und die Arbeiten dauern an. Die ägyptischen Behörden prognostizieren eine mögliche Befreiung ggf. in den nächsten drei Tagen, während andere Einschätzungen u.a. der involvierten Bergungsunternehmen dazu noch keine konkrete Aussage erlauben. Neben dem Einsatz von diversen Schleppschiffen wird versucht, den Schiffsbug durch Baggerarbeiten von der Landseite aus ergänzend zu befreien. Ferner soll ein leistungsfähiger Saugbagger zum Einsatz kommen. Ebenso über
die Ballastwassertanks (zur Stabilität je nach Beladezustand) und Abpumpen von Kraftstoff wird versucht das Schiff wieder flott zu bekommen. Mögliche Beschädigungen am Schiff sind noch abzuwarten, von einer im Anschluss stattfindenden umfassenden Inspektion ist auszugehen.

Position / Rückstau

Der Rückstau wird mittlerweile auf über 200 Schiffe unterschiedlicher Art beziffert (konventionelle Schiffe, Containerschiffe, Öltanker, Multipurpose-Schiffe, etc) und nimmt mit Dauer der Bergung zu. Ältere Seitenkanäle für gewisse geeignete (kleinere) Schiffsgrößen wurden geöffnet. Ein Anteil kleinerer Schiffe wird durch die Kanalbehörde in den Great Bitter Lake geroutet. Der Suezkanal wird gem. Informationen der Kanalbehörde täglich zur Passage von ca. 50 Schiffen genutzt. Ca. zwölf Prozent des globalen Frachtvolumens und ca. 30% des Containervolumens gehen durch den Kanal.

Fahrpläne und Laufzeiten

Es muss davon ausgegangen werden, die über die letzten Wochen ohnehin schon stark gestörten Fahrpläne und Laufzeiten der Schiffe werden weitere relevante Abweichungen erfahren. Aktuelle Abfahrts- und Ankunftsdaten sind nicht belastbar und bedürfen des Monitorings. Das alternative Routing um Südafrikas „Kap der Guten Hoffnung“ wird von ersten Reedereien in Erwägung gezogen. Es bedingt eine um ca. 7 Tage verlängerte Seereise und zusätzliche ca. 6000 Seemeilen.

Auswirkungen

Die Plan- und Belastbarkeit der Lieferketten sowie Reisedauer wird weiter auf die Probe gestellt. Für Branchen mit geringer Lagerbestandshaltung könnten ggf. Engpässe entstehen und ein vorgezogenes oder zusätzliches Bestellverhalten erforderlich werden. Alternative Verkehrsträger wie Luft- oder Bahnverkehre werden u. U. für bestimmte Waren und Transporte anteilig stärker frequentiert. Da Fahrpläne und Liegezeitfenster der Seeschiffe zusätzlich durcheinander kommen, könnte die Zunahme der Congestion (Verstopfung) und verzögerter Abfertigung in den Seehäfen damit einhergehen, durch verdichteten sowie außerplanmäßigem Einlauf von Seeschiffen. Auswirkungen auf die vor- und nachgelagerte Infrastruktur (Vor- und Nachlauf der Waren in / aus den Häfen) per LKW, Bahn und Binnenschiff können angenommen werden. Auch eventuelle monetäre Entwicklungen und Auswirkungen auf das Frachtratengefüge sind zu beobachten.

Ihr Schäfer&SIS Interlogistik® Team