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China Railways – Der erste Stopp für China-Europa-Züge

China Railways hatte ein offizielles Mandat veröffentlicht, ab Montag, dem 25. Oktober, die Verladung ausgehender Züge über diese Grenzübergänge Alashankou und Erenhot einzustellen. Das Verbot galt bis zum 1. November für Alashankou und bis zum 28. Oktober für Erenhot.

Zum ersten Mal nach Eröffnung der China-Europa Route per Bahn wird eine solche Entscheidung umgesetzt. Zu dieser Entscheidung führte der sich bislang angesammelte Rückstau von Zügen an den Grenzen zu Kasachstan und die Mongolei. die bislang nicht abgebaut werden konntenAuch wenn sich die Exportsituation aus China durch die Golden Week“ kurzfristig etwas entspannt hatte, ist von einer Erholung an den Terminals bislang nichts zu verzeichnen.

Verkehrsprobleme zwischen China und Europa

Die Kapazität des chinesisch-kasachischen Grenzübergangs wurde seit August aufgrund der Notwendigkeit, die Epidemie zu verhindern, erheblich reduziert. Die Züge von China nach Kasachstan wurden in Alashankou von 16 auf 5-6 Züge pro Tag gedrosselt.  Unter den strengen Beschränkungen ist der Warenfluss über die Grenze zum Erliegen gekommen, derzeit warten rund 150 Güterzüge und 7.000 Waggons auf den Grenzübertritt und weitere hundert Züge und 5.000 Waggons verspäten sich auf der Strecke. Betroffen ist nicht nur Transitfracht aus China. Auch japanische und koreanische Versender haben Probleme, die zusätzliche Transitzeit zu verlieren.

Zusätzlich zu den Schwierigkeiten an den Grenzübergängen gibt es viele Hindernisse auf der Strecke der chinesisch-europäischen Züge. Im Fall von Małaszewicze – dem wichtigsten mitteleuropäischen Terminal – wurde die Zahl der Züge zwischen dem 4. und 20. August stark eingeschränkt. Die Hälfte der Einrichtungen des Grenzübergangs für Bahnwartungsarbeiten wurde geschlossen. Der Abbau des durch die zweiwöchige Stilllegung verursachten Rückstau dauert an und ist in Verbindung mit Bauarbeiten an anderen Werften in der Umgebung weiterhin schwerwiegend. Derzeit warten weiterhin mehr als 500 Container am Terminal auf die Weiterverladung. Die Verzögerungen betragen hier laut The LoadStar durchschnittlich 10 Tage, in einzelnen Fällen bis zu 16 Tage. Hinzu kamen jüngst die Auswirkungen des Sturms „Hendrik“ in Europa, welcher den Bahnverkehr in Woche 42 aus Małaszewicze zum kurzfristigen Erliegen brachte. Mehrere Terminals hatten ihren Betrieb eingestellt, da die Kräne bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h nicht sicher betrieben werden können. Einige Bahnstrecken waren durch umgestürzte Bäume blockiert.

Alternativen zu den überlasteten Grenzterminals

Während der Epidemie waren die See-Schienenrouten über Kaliningrad und die russischen Häfen im Fernen Osten weithin für ihre wettbewerbsfähige Pünktlichkeit bekannt. Beide verliefen jedoch mit dem Anstieg des Frachtaufkommens nicht reibungslos. Auch im Hafen von Kaliningrad gibt und gab es lange Frachtschlangen. Diese warten aufgrund von Überlastungen in europäischen Häfen darauf, auf Schiffe umgeladen zu werden. Die einwöchige Pause beim Verladen von Zügen an den Grenzübergängen scheint der letzte Ausweg der China Railways zu sein.  

Die beste Alternative für Ihren Transport

Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung Ihrer Warenbezüge aus China. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktlage, eventueller Verzögerungen und vorhandener Auslastung, beraten wir Sie professionell und auf Basis Ihrer Anforderung, welcher Transportweg sich anbietet. Ihre gewohnten Ansprechpartner sind gerne für Sie da. 

 

 

 

Weiterer Rückschlag für die Weltwirtschaft – Suezkanal weiterhin gesperrt

Als Ursache für die Havarie kann den Medien und aus erhaltenen reederseitigen Informationen entnommen werden, ein Sandsturm bzw. starke Seitenwinde sollen das Schiff in die missliche Lage gebracht haben.

Bergungsarbeiten

Nach vorliegenden Informationen ist die Bergung des Schiffs weiterhin noch nicht gelungen und die Arbeiten dauern an. Die ägyptischen Behörden prognostizieren eine mögliche Befreiung ggf. in den nächsten drei Tagen, während andere Einschätzungen u.a. der involvierten Bergungsunternehmen dazu noch keine konkrete Aussage erlauben. Neben dem Einsatz von diversen Schleppschiffen wird versucht, den Schiffsbug durch Baggerarbeiten von der Landseite aus ergänzend zu befreien. Ferner soll ein leistungsfähiger Saugbagger zum Einsatz kommen. Ebenso über
die Ballastwassertanks (zur Stabilität je nach Beladezustand) und Abpumpen von Kraftstoff wird versucht das Schiff wieder flott zu bekommen. Mögliche Beschädigungen am Schiff sind noch abzuwarten, von einer im Anschluss stattfindenden umfassenden Inspektion ist auszugehen.

Position / Rückstau

Der Rückstau wird mittlerweile auf über 200 Schiffe unterschiedlicher Art beziffert (konventionelle Schiffe, Containerschiffe, Öltanker, Multipurpose-Schiffe, etc) und nimmt mit Dauer der Bergung zu. Ältere Seitenkanäle für gewisse geeignete (kleinere) Schiffsgrößen wurden geöffnet. Ein Anteil kleinerer Schiffe wird durch die Kanalbehörde in den Great Bitter Lake geroutet. Der Suezkanal wird gem. Informationen der Kanalbehörde täglich zur Passage von ca. 50 Schiffen genutzt. Ca. zwölf Prozent des globalen Frachtvolumens und ca. 30% des Containervolumens gehen durch den Kanal.

Fahrpläne und Laufzeiten

Es muss davon ausgegangen werden, die über die letzten Wochen ohnehin schon stark gestörten Fahrpläne und Laufzeiten der Schiffe werden weitere relevante Abweichungen erfahren. Aktuelle Abfahrts- und Ankunftsdaten sind nicht belastbar und bedürfen des Monitorings. Das alternative Routing um Südafrikas „Kap der Guten Hoffnung“ wird von ersten Reedereien in Erwägung gezogen. Es bedingt eine um ca. 7 Tage verlängerte Seereise und zusätzliche ca. 6000 Seemeilen.

Auswirkungen

Die Plan- und Belastbarkeit der Lieferketten sowie Reisedauer wird weiter auf die Probe gestellt. Für Branchen mit geringer Lagerbestandshaltung könnten ggf. Engpässe entstehen und ein vorgezogenes oder zusätzliches Bestellverhalten erforderlich werden. Alternative Verkehrsträger wie Luft- oder Bahnverkehre werden u. U. für bestimmte Waren und Transporte anteilig stärker frequentiert. Da Fahrpläne und Liegezeitfenster der Seeschiffe zusätzlich durcheinander kommen, könnte die Zunahme der Congestion (Verstopfung) und verzögerter Abfertigung in den Seehäfen damit einhergehen, durch verdichteten sowie außerplanmäßigem Einlauf von Seeschiffen. Auswirkungen auf die vor- und nachgelagerte Infrastruktur (Vor- und Nachlauf der Waren in / aus den Häfen) per LKW, Bahn und Binnenschiff können angenommen werden. Auch eventuelle monetäre Entwicklungen und Auswirkungen auf das Frachtratengefüge sind zu beobachten.

Ihr Schäfer&SIS Interlogistik® Team