Situation der Hinterlandverkehre (Seefracht FCL Export / Import)

Die globalen und auf Taktung ausgelegten Lieferketten sind weiterhin aus dem Takt....

Sehr geehrte Kundschaft,

die sogenannten Hinterlandverkehre – der Zu- und Abfluss von Containern in und aus den deutschen Seehäfen sowie Westhäfen über die Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw – sind weiter zunehmend unter Druck.

Die globalen und auf Taktung ausgelegten Lieferketten sind weiterhin aus dem Takt. Mehrfachänderungen von Schiffsankünften- / Abfahrten sind eine anhaltende Herausforderung für die Hafeninfrastruktur
sowie vor- und nachgelagerte Verkehre. Auswirkungen sind u.a. stark überfüllte Hafenterminals. Dies bedingt u.U. die zu Lasten der Ware kostenpflichtige „Evakuierung“ von Importcontainern auf andere Stellflächen bei verzögerter Abnahmemöglichkeit
oder für Exportcontainer die Limitierung der Anlieferung vor Schiffsabfahrt mit sehr engen und ferner wechselnden Zeitfenstern, um die regulären Stellflächen an den Terminals nicht weiter zu belasten.

Aktuell ergeben sich im Bereich der Transporte per Binnenschiff und Bahn noch zusätzliche Herausforderungen und Einschränkungen. Über diese Verkehrsträger werden relevante Mengen aus und in die Häfen bewegt.

Die Verkehre per Binnenschiff sind durch nicht auskömmliche Niederschläge in Form Niedrigwasser eingeschränkt, eine Thematik die jährlich zunimmt. Binnenschiffe können somit nur noch reduzierte Warenmengen befördern,
abhängig vom Pegelstand nach vorliegenden Informationen teilweise nur noch 30-50% der regulären Kapazität. Für Transporte auf dem Rhein sind die relevanten Pegelstände Kaub (Oberrhein), Köln (Mittelrhein) und Pegel Ruhrort (Niederrhein) ausschlaggebend,
welche seit Wochen kritische bis sehr kritische Werte zeigen. Als Ausgleich für den Frachtausfall werden seitens der Binnenschiffer Kleinwasserzuschläge erhoben, gegenwärtig höhere zweistellige bis untere/mittlere dreistellige Eurobeträge.
Eine zusätzliche Bindung bzw. Nichtverfügbarkeit an Kapazitäten per Binnenschiff steht im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Einerseits der Einsatz für Transporte von Getreide über die Donau aus der Ukraine sowie die Beförderung von
Kohle als Energieträger an Kraftwerke, mit gegenwärtig erhöhtem Bedarf im Zuge der medial präsenten Energieverteuerung und Gasknappheit.

Auch im Bereich der Schienenverkehre per Bahn bestehen Beeinträchtigungen. Neben den grundsätzlichen infrastrukturellen Gegebenheiten sind es die stockende Abfertigung der Züge in den Seehäfen, Baustellen und damit einhergehende Streckensperrungen
und jüngst die Warnstreiks in den deutschen Seehäfen. Bedingt durch die hohen Temperaturen der zurückliegenden Tage ergaben sich ferner Böschungsbrände, Schienenverformungen-/bruch sowie Beschädigungen von Oberleitungen auf unterschiedlichen Strecken.

Im Bereich der LKW-Verkehre besteht das bekannte sowie anhaltende Thema des ausgeprägten Fahrermangels. Der Transport per LKW kann erforderliche Ersatzverkehre für Binnenschiff und Bahn im erforderlichen Maße grundsätzlich nicht auffangen.

Die Gesamtheit an gleichzeitigen Beeinträchtigungen und deren Zusammenwirken haben somit entsprechende relevante Auswirkungen auf das Kostengefüge, die Transportkapazitäten und erheblichen Mehraufwand bezgl. mehrfach anzupassender
Transportplanung.

Durch den besonderen und hervorzuhebenden Einsatz unserer operativen Kolleginnen und Kollegen der unterschiedlichen Bereiche und aller Verkehrsträger ist es das gemeinsame tägliche Bestreben, diesen Widrigkeiten für Ihre Warenbewegung
bestmöglich zu begegnen.

Herzlichen Dank für Ihr Verständnis als auch Mitwirken.

Ihre Ansprechpartner stehen Ihnen für weitere oder spezifische Fragen als auch die Planung zur Verfügung.

Ihr Team von Schäfer&SIS Interlogistik®

 

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