Projekt IMO 2020 – Umweltschutz im Seefrachtbereich

Projekt „IMO 2020“

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO – International Maritime Organization) führt in den kommenden Jahren eine Reihe von Verordnungen ein um die Umwelt weiter zu schützen. Das Ganze beginnt mit dem Projekt „IMO 2020“, welches am 1. Januar 2020 an den Start geht.

Gründe für die Einführung dieser Vorschrift sowie mögliche „Umrüstungs-Methoden“

In erster Linie zielt diese Maßnahme darauf ab die Luft-/Meeresverschmutzung weiter zu minimieren. Der auf 0,5 % festgelegte Emissionsgrenzwert hat aller Wahrscheinlichkeit nach eine Reduzierung dieser Emissionen um mehr als 80 % zur Folge und wird damit insbesondere positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben. Aktuell liegt diese Schwefelobergrenze noch bei 3,5 %.

Folgende Methoden stehen zur Auswahl um diese Werte einhalten zu können:

  1. Schiffsdiesel ersetzt Schweröl
  2. Aufrüstung der Schiffe mit einer Abgasreinigung (Scrubber)
  3. Umrüstung auf einen alternativen Antriebsstoff (Flüssiggas – LNG, was i.d.R. als Neubau der Berücksichtigung bedarf)

⇒ Dies hat Auswirkungen auf das Preisniveau und auch anzunehmend auf die Schiffskapazitäten in der Umrüstungsphase

Aus der Presse

Hapag-Lloyd (fünftgrößte Reederei der Welt mit circa 7,5 % Marktanteil) stellt fest:
„Unter der Annahme, dass der Preisunterschied zwischen Schweröl (HSFO) und schwefelarmen Treibstoff (LSFO 0,5 Prozent) bis 2020 etwa 250 US-Dollar pro Tonne betragen wird, erwarten wir für Hapag-Lloyd in den ersten Jahren Mehrkosten von rund 1 Milliarde US-Dollar.“

MSC (zweitgrößte Reederei der Welt mit circa 14,5% Marktanteil) sagt dazu:
„Die Kosten für die verschiedenen Änderungen, die wir an unserer Flotte und den deren Kraftstoffversorgung vornehmen, belaufen sich auf über zwei Milliarden Dollar (USD) pro Jahr.“

Fokus berichtet:
„Es wird geschätzt, dass die Branche 2020 rund 25 Prozent oder rund sechs Milliarden US-Dollar mehr für ihre Treibstoffe ausgeben muss.“

Auswirkungen

Genaue Kostenauswirkungen in Höhe pro TEU sind seitens der Reedereien noch nicht publiziert, werden aber nach jetzigem Kenntnistand eine Relevanz haben. Dazu hat jede Reederei gem. dessen Schiffsflotte seine eigene Berechnungsgrundlage für den Treibstofffaktor. Zwischen den unterschiedlichen Fahrtgebieten wird es diesbezüglich zu Differenzen kommen. Erste Auswirkungen sind ggf. schon im 4. Quartal 2019 zu erwarten. Des Weiteren spielt in diese Thematik hinein, dass nächstes Jahr „Chinese New Year“ bereits Ende Januar stattfindet und somit bereits ab Dezember 2019 mit Kapazitätsengpässen zu rechnen ist.

Wenn Sie Fragen zu dem Thema haben, sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern.

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